Hermann Nitsch: Biographisches 1/3




kurz nachdem ich die graphische lehr- und versuchsanstalt absolviert hatte, ungefähr ein jahr darauf, es muss 1959 gewesen sein, fand in der minoritenkirche in stein bei krems ein gotik-ausstellung statt. ich besuchte diese ausstellung und war tief ergriffen von dem gezeigten, sowie von der architektur der kirche. die reinheit dieser malerei vermochte mich zu überzeugen, die religiösen inhalte dieser werke entsprachen einer existentiellen notwendigkeit. die form, die sich da ausdrückte, war nicht von schein getragen, sondern von der kraft eines damals lebendigen mythos.
(
Hermann Nitsch 1994, 8)

ich wollte und will der kunst äusserstes abverlangen. kunst ist der versuch, weitreichendste totalität und umfänglichkeit durch die form zu erfassen. durch die kunst muss sich die energetik der gesamten schöpfung, die gebärende wut der schöpfung, zu sein, sich zu entfalten, sich dem nichts abzuringen, veranschaulichen.
(
Hermann Nitsch 1994, 4)

 

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