Künstlerisch betrachtet: Informel 1/5

Die Galerie St. Stephan [wurde] bald nach ihrer Gründung 1954 zum ideologischen Zentrum des österreichischen Informel. Der Gründer der Galerie, Msgre Otto Mauer, war Domprediger, Leiter der Katholischen Aktion und Herausgeber der Zeitschrift 'Wort und Wahrheit'. Er war auch Mitglied des Art-Clubs. Als ersten stellte er in den Räumen der ehemaligen Neuen Galerie in der Grünangergasse [...] Herbert Boeckl aus.
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Paul Kruntorad 1990, 51)

Kunst habe unerbittlich den Abbau der vermorschten Weltgebäude zu beschleunigen... Christliche Kunst - und jede Kunst sei christlich, wenn sie wahrhaft Kunst sei - müsse diesem Umstand Rechnung tragen: Der eingebürgerte Realismus der Nazarenerbildchen sei in dieser Situation nach dem Ende der Neuzeit, angesichts von Atombomben, Konzentrationslagern und der Präsenz des Kommunismus, alles andere als Realismus, sondern das Vorgaukeln beschönigender Unwahrheiten...
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Msgre Otto Mauer nach Paul Kruntorad 1990, 51)

Die Informel-Maler waren die Avantgarde in Österreich, und er (Msgre Otto Mauer, Anm.) begann sie mit dem ganzen Prestige eines katholischen Intellektuellen, eines Erneuerers des Glaubens (denn das war die Aufgabe der Katholischen Aktion) in einem Land durchzusetzen, in dem die katholische Kirche für 95 Prozent der Bevölkerung in allen Dingen das letzte Wort hatte.
(
Paul Kruntorad 1990, 52)

 

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